„Think of me“ – Oberstufenchor auf USA-Tournee

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„Think of me, forget me not. Remember me wherever you go.“ Dies waren die letzten Worte, die unsere Familien am Sonntag, den 17. Juli von uns hörten, bevor wir uns ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufmachten. Natürlich wurden diese Zeilen nicht einfach nur gesagt, sondern gesungen.

Kurz bevor wir uns zum Einchecken an die entsprechenden Schalter begaben, stellten wir uns in der Halle des Flughafens auf und begannen für unsere Familien zu singen. Doch nicht nur unsere Eltern hörten uns freudig zu, sondern auch die anderen Passagiere. Viele blieben sogar stehen, um unserem Gesang zu lauschen und applaudierten am Ende begeistert.

Wir waren 55 Schüler und Lehrer, denen eine 3 wöchige Konzertreise in die USA bevorstand. Das Blue Lake Camp hatte uns eingeladen, in einigen amerikanischen Städten Konzerte zu geben und zu musizieren.

An unserem ersten Tag in den USA wurden wir vor unserem Hostel von einem Shuttlebus abgeholt, der uns zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten Chicagos fuhr. So schlenderten wir beispielsweise durch verschiedene Parks, sahen die glänzende Bohne und machten uns anschließend auf zum Navy Peer, um gemütlich zu essen. Von typischen Burger Restaurants, Pommes Buden und chinesischen Spezialitäten war alles dabei. Einige Zeit später und mit gefühlten fünf Kilogramm Übergewicht machten wir uns anschließend mit dem Bus auf den Weg zu unserer ersten Gastfamilie in Batavia. Dort wurden wir dann mit Deutschlandflaggen und kleinen Geschenken begrüßt. So bekam zum Beispiel jeder von uns eine Ausgabe der Stadtzeitung, in der zu lesen war, wo wir unser erstes Konzert haben würden. Nach einigen Worten der Organisatoren lernten wir dann endlich unsere Gastfamilien kennen und fuhren mit ihnen nach Hause. Die meisten Gastfamilien hatten auch selber schon Erfahrungen mit dem Blue Lake Camp gemacht, da sie entweder selbst dort hingingen oder Kinder hatten, die im Blue Lake Camp waren. So war die Musik für uns alle ein Thema, über das man sprechen konnte und das uns miteinander verband. Den nächsten Tag unternahmen wir dann ausschließlich etwas mit unseren Gastfamilien. Verbracht wurde dieser Tag zum Beispiel mit Ausflügen nach Chicago, Shoppen in der Stadt oder einfach mit gemütlichen Spaziergängen und Sight Seeing. Am nächsten Tag fand nun unser erstes Konzert statt und wir alle waren gespannt, ob unsere Musik denn auch gefallen würde. Viele unserer Gastfamilien, die natürlich alle zuhörten, luden auch noch Freunde oder weitere Familienmitglieder zu unseren Konzerten ein und so sangen wir vor einem Publikum, in dem jede Altersklasse vertreten war. Am Ende waren jedoch alle sichtlich hingerissen und somit war das erste Konzert schon mal ein großer Erfolg.

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Schon am nächsten Tag mussten wir uns von unseren Familien verabschieden und es wurden noch schnell Kontaktdaten ausgetauscht, um auch nach der Reise noch kommunizieren zu können. Nach einer sechs stündigen Busfahrt, während der wir natürlich auch viel sangen, kamen wir schließlich alle sichtlich müde in Grand Rapids an. Dort hatten wir auch direkt am gleichen Tag noch ein Konzert. Vorher lernten wir allerdings unsere neuen Gastfamilien kennen und für genügend Pizza, zum stärken der Kräfte, war auch gesorgt. Man konnte hier schon vor unserem Konzert merken, dass die meisten Zuhörer sich öfter Konzerte, wie unseres anhörten und sehr musikbegeistert waren. So waren also auch hier wieder alle Zuhörer von unserem Konzert positiv angetan und wir machten uns auf den Weg in unsere neuen Domizile. Am nächsten Tag fand dann auch schon das für uns wichtigste Konzert statt. Wir machten uns direkt auf ins Blue Lake Fine Arts Camp, um dort zuerst durch das riesige Camp am See geführt zu werden. Da wir von diesem Camp in die USA eingeladen wurden, gaben wir auch dort ein Konzert. Der Konzertraum war gefüllt mit jungen Menschen und wir wurden neugierig beäugt. Schon nach dem ersten Lied stand fest, dass alle von uns begeistert waren und sich auf den weiteren Verlauf unseres Konzertes freuten. Das Highlight war jedoch, als wir anfingen „Seasons of Love“ aus dem Musical Rent zu singen und alle Zuhörer plötzlich anfingen mitzusingen und aufstanden. Nach dem Lied applaudierten wir uns gegenseitig mit Tränen in den Augen und waren alle mehr als geflasht. Als wir unser Konzert beendet hatten und wir immer noch alle sprachlos den Saal verließen, fing das Publikum plötzlich an ein Lied für uns zu singen. Wir gingen also alle wieder zurück in den Raum und sangen schließlich noch einmal alle gemeinsam. „Ich hatte das Gefühl, dass ihr am liebsten alle einfach aufeinander zugestürmt wärt, um euch zu umarmen,“ einte unsere Dirigentin, Eva-Maria Salomon, auf dem Rückweg nach Grand Rapids schließlich mit einem rührseligen Ausdruck im Gesicht.

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Wir gaben zudem vier weitere Konzerte, die alle genauso gelangen wie die Konzerte zuvor. Ein besonderes Erlebnis war hierbei unser letztes Konzert, das wir in einem Apfelwald gaben. Dort sangen wir zwischen blühenden Apfelbäumen direkt in der freien Natur.

Damit waren unsere Konzerte alle gesungen und wir konnten uns auf den Weg nach Kanada machen. Die Fahrt dauerte zwar einige Stunden und wir wohnten nur in einem kleinen Motel, aber dafür entschädigten die Besuche der Niagarafälle alles. Sie waren einfach gigantisch und zu sehen, wie viel Tonnen Wasser den Rand der Fälle hinunter stürzten, war einfach unbeschreiblich. Das einzige, das diesen Anblick etwas milderte, war die Landschaft um die Fälle herum. Viele von uns hatten sich vorgestellt, dass die Fälle von Natur eingerahmt waren. Jedoch waren sie eher von einer riesigen Stadt umgeben, die Gebäude besaß, die hunderte Meter in den Himmel reichten. Aber auch diese Erkenntnis wurde schnell unwichtig, als wir mit einer riesigen Fähre direkt an den Niagarafällen vorbei fuhren und trotz unserer roten Regenmäntel, die einen stark an Mülltüten erinnerten, nass wurden.

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Das zweite Mal fuhren wir schließlich am Abend an die beeindruckenden Fälle und konnten die Sonne hinter ihnen untergehen sehen. Ein besonderes Erlebnis war hierbei, dass ein gigantisches Feuerwerk entzündet wurde, sobald die Dunkelheit einsetzte. Die bunten Lichter der Raketen waren direkt über den Fällen zu erkennen und ließen uns alle staunen.

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Nach diesen eindrücklichen Tagen machten wir uns dann zum letzten Teil unserer Reise auf. Mit dem Bus fuhren wir wieder in die USA. Und zwar direkt nach New York City, die Stadt die niemals schläft. Dort waren wir in einem Hostel untergebracht, das uns sogar einen Fitnessraum und ein Schwimmbecken bot. Die Zeit in New York verging rasend schnell und wir hatten gar nicht genug Zeit uns alles anzusehen. Glücklicherweise lag unsere Unterkunft direkt am Central Park und mit Hilfe von Metro Karten kamen wir schnell zu den Sehenswürdigkeiten. Wir besuchten zum Beispiel das Guggenheim, das 9/11Memorial, das Natural History Museum, die Freiheitsstatue, den Broadway, Soho, Chinatown, das Empire State Building und vieles mehr.

Nach vier wunderschönen Tagen in NYC können wir definitiv bestätigen, dass diese Stadt tatsächlich niemals schläft. Der Rückflug lief genauso reibungslos ab wie der Hinflug und nach vielen Flugstunden erreichten wir schließlich wieder Hamburg. Dort empfingen uns unsere Familien mit strahlenden Gesichtern und Tränen der Freude in den Augen. Deutschland hatte uns also wieder.

Abschließend kann man sagen, dass dieses Erlebnis wohl für uns alle einzigartig war und schwer zu beschreiben. Wir sind als Chorgemeinschaft noch näher zusammengerückt und werden wohl immer glücklich an diese Fahrt zurück denken. Und vielleicht denken sich ja auch die Menschen, die wir treffen durften „Think of us, forget us not. Remember us wherever you go.“

Kara-Luna Nielsen, Q1d

Eindrücke von der Reise vermittelt das Weblog der Reise.

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Unglaublich: Der 26. Juli 2016 war der „Oberstufenchor des Johanneums zu Luebeck Day“ in St. Johns, Michigan. Es gibt sogar eine offizielle Urkunde:

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