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Sonne, Baden und Abenteuer – die 9c in Flessenow

IMG-20170519-WA0011Der Reisebus quält sich die immer enger werdende Straße entlang durch ein winziges altes Dorf mit Pflasterweg. Bei einer Gabelung muss man sich Sorgen machen, dass er nicht zwischen den großen Bäumen am Wegesrand hindurchpasst. Endlich kommt er dann durch das große rote Tor in das Abenteuercamp Flessenow hinein, aber beim ersten Umgucken auf dem Gelände, das aus Holzhäusern auf einer Wiese im Sumpf bestand, waren die Bedenken deutlich spürbar. Allerdings lag unsere Unterkunft direkt am See und so schlug die anfängliche Skepsis schnell in Begeisterung um, als die Sonne zu strahlen begann und Badehose und Sonnentop ihren Zweck erfüllen konnten.

Nachdem wir unseren Betreuer André kennengelernt hatten, der uns die Woche lang begleitete, gingen wir zum See hinunter, um aus Ringen, Fässern und Brettern in Teamarbeit Flöße zu bauen. Fast die ganze Klasse begab sich auf die wackeligen Konstruktionen und paddelte zu einem „Schatz“ hinaus. Spätestens zum Umkehrzeitpunkt waren alle von oben bis unten nass und sprangen ins Wasser, um den Badespaß zu vollenden.IMG-20170519-WA0007Die nächsten Tage bestanden aus Baden, Kanufahren, Kistenklettern, Volleyball und abendlichem Werwolfspielen – aber auch dem tragischen Ableben von Manfred, dem Hühnerei, das aus zehn Metern Höhe aus dem Baum fiel und auf dem harten Boden zerschellte.

Eines Abends machten wir eine Nachtwanderung und gingen zunächst über dunkle Wege an den Rand eines Moores. Dieses durchquerte jeder allein auf einem beängstigend schmalen, gewundenen Weg, der mit kleinen Glühlichtern gekennzeichnet war. Auf der anderen Seite angekommen, gingen wir auf einen wackeligen Steg in der Dunkelheit hinaus und blieben dort draußen zwei Minuten in Stille liegen, um die Vielzahl an Sternen im Nachthimmel zu bewundern. Wir fühlten uns alle etwas kleiner und unbedeutender im großen Universum und begaben uns dann zurück zur Jugendherberge.IMG-20170528-WA0003

Bevor wir es glauben konnten, war der vorletzte Nachmittag da und Bogenschießen stand auf der Tagesordnung. Ob wir wie in der Steinzeit kniend auf ein „Mammut“ schießen oder wie die Engländer alle im selben Moment die Sehne loslassen sollten, um einen Pfeilhagel zu erzeugen – wir hatten alle großen Spaß und wollten eigentlich gar nicht mehr damit aufhören. Später am Abend machten wir ein Lagerfeuer mit Stockbrot, das aus Mangel an Flamme irgendwann eher Rauchbrot genannt werden musste, bis ein Gewitter uns nach drinnen scheuchte, wo wir die zuckenden Blitze durch die Fenster beobachteten.

Insgesamt können wir auf eine sehr gelungene Klassenfahrt mit viel Sonne, den daraus resultierenden Sonnenbränden und eine Riesenmenge Spaß zurückblicken und sind nun bereit für den Sommer!IMG-20170528-WA0005

Großer Dank gebührt Herrn Eichhorst und Frau Scheibe, die auch bis um Mitternacht noch die Rasselbande zusammengehalten haben und stets zur Stelle waren, wenn wir sie brauchten. Die Huckepackpartie im Niedrigseilgarten sowie die morgendlichen Sporteinheiten werden auf jeden Fall unvergessen bleiben – nicht zuletzt wegen der Bilder von Herrn Eichhorst, der alles Geschehene dokumentiert hat!

Svenja Benkert, 9c