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Heldengeschichten

fullsizeoutput_51aFEL_7785In Lübeck ist die Senatsstaffel ein Stoff, aus dem Legenden geschmiedet werden. Von scheinbar unbesiegbaren Schulen oder geheimnisvollen Trainingsmethoden. Das Johanneum erlebte am Freitag, den 29.9., ganz eigene Helden.

Schon in der ersten Stunde steht Anna Weigand mit anderen Patinnen und Paten aus den 9. Klassen auf dem Schulhof, um ihre Sextanerinnen und Sextaner zu schminken und ihnen die Haare rot-weiß zu färben. Als alle fertig sind, heizt die SV  300 Kindern der 5. bis 7. Klassen kräftig ein, bis der lange Zug mit lautstarken „Johanneum“-Schlachtrufen am Kanal entlang zum Buni läuft.

Dabei gelingt es den Schülervertretern, gleichzeitig umsichtig achtzugeben und zum Beispiel die Kanalstraße zu sichern, bis alle hinübergekommen sind, und für beste Stimmung zu sorgen. Bemerkenswert: Bevor es auf den Sportplatz geht, ruft Leonard Björk (Q2) den Schülern durchs Megaphon zu: „Seid fair! In Worten und Taten!“.

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So ist der Stellplatz des Johanneums schon mit leuchtend roten Pullovern gefüllt, als die Mädchen der Klassenstufen 5 bis 7 mit den Vorläufen beginnen. Mit großem Abstand liegen unsere Mädchen vorn, als Charlotte Möller (7c) als Schlussläuferin auf der morgenfeuchten Bahn ausrutscht und hinfällt. Aber trotz mehrerer Schürfwunden rappelt sie sich sofort auf und läuft rasant ins Ziel. Wenig später versammelt sich ihre gesamte Mannschaft im Sanitätszelt, um sie zu trösten.

D3S_5424D3S_5441Und bald danach feuern alle die Jungs an, die es in den Endlauf geschafft haben und dort einen phantastischen dritten Platz erlangen. So geht Zusammenhalt!

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10:35 Uhr. Der Unterricht ist nun auch für die Älteren vorbei. Alle Schüler und Lehrer verlassen die Klassen und werden bald darauf von einer sensationell ausstaffierten Big-Band auf den Weg gebracht. Auf die Frage, wie die Band sich vorbereitet habe, sagt Anton Kleinheins (Q2): „Naja, das Proben dauerte nur 15 Minuten. Für das Anziehen haben wir deutlich länger gebraucht…“.

In Marschtempo laufen Schüler und Lehrer in Begleitung der Band in Richtung Mühlenstraße, natürlich an der OzD vorbei und direkt zum Buniamshofs. An einigen Überquerungen sind Autofahrer davon nicht so begeistert. Viele schaulustige Passanten reagieren aber mit einem Lächeln auf das Spektakel.

Die Atmosphäre auf dem Buni ist wie in einem großen Fußballstadion. Auch ehemalige Schülerinnen und Schüler des Johanneums kommen dazu und sind mit aufgeregt. Eine Welle der Begeisterung braust auf, als die Mädchen der Oberstufenstaffel souverän den Sieg erlaufen.

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Der Einzug der Jungen wird eine Stadionrunde lang von der Band und Fahnenträgern begleitet. Herr Kraatz, ihr Trainer, ist erst noch skeptisch: „Ich muss ehrlich sagen, dass die Staffel nicht optimal ist. Zu Beginn war es schwer, interessierte Schüler für den Lauf zu finden. Jetzt stehen wir mit 13 Leuten da.“ Aber auch er ist überzeugt: „Im Endeffekt ist die Hauptsache, dass es Spaß macht.“

,,Bitte Ruhe für den Start“
Ein letztes Mal tief Luft holen.
,,Fertig.“
Volle Konzentration
Ein Schuss durchtrennt die Luft, eine Luft, die durch Anspannung und Nervosität zum Zerreißen gespannt ist. Es geht los, mit dabei Lennart Kuhn aus der Q2f, Startläufer für das Johanneum.
Vorbei ist es mit der Ruhe vor dem Start, genau wie die Läufer geben nun auch die Zuschauer alles. Im ganzen Station jubeln die Schüler ihren Läufern zu. Im rot-weißen Block des Johanneums wehen große Fahnen über die Köpfe der Schüler hinweg, Die Big-Band heizt mit Klassikern wie Rocky noch einmal zusätzlich an. ,,Es ist einfach ein Gänsehautmoment, wenn Du vor 8.000 Leuten einläufst, man fühlt nur noch das Adrenalin“, so Nico Deuerling aus Q2e, Schlussläufer für das Johanneum.
,,Natürlich ist man vor dem Start etwas aufgeregt, doch die Vorfreude überwiegt“, so Lennart, der kurzfristig für den verletzen Johannes Weil einspringen musste, sich ab durch das Training von Herrn Kratz gut vorbereitet gefühlt hatte.
,,Kurz bevor man läuft, ist die Spannung wirklich auf dem Höhepunkt. Man versucht sich noch irgendwie warm zu halten aber die Muskeln sind so angespannt, dass man eigentlich denkt, man könnte nicht mehr laufen“ berichtet Simon Eichenberg aus der Q2f nach seinem Lauf. Schließlich erlangen die Jungs sogar einen phantastischen vierten Platz. ,,Auch wenn mir der dritte Platz etwas lieber gewesen wäre, bin ich trotzdem zufrieden mit dem Ergebnis. Wir haben unsere Zeit um fast 20 Sekunden gegenüber unserer Trainingszeit verbessert“, so Lennart Kuhn. ,,Jeder hat alles gegeben und alle waren top motiviert. Wir dürfen und können wirklich stolz sein“, fasst Nico das Ergebnis der Staffel perfekt zusammen.

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Und auch wir Schüler können stolz auf uns sein, wir haben es erneut mit unserer Stimmung in die Lübecker Nachrichten geschafft. Spaß macht dieser spannende, sonnige Vormittag, der für jede Menge Gänsehaut sorgt, in jedem Fall. Wir freuen uns auf den nächsten Senatsstaffeltag am 21. September 2018, wenn es wieder heißt: „Nur das Johanneum“!

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Text: Vardan Petrosyan (Q2), Leonard Björk (Q2) und Inken Christiansen

Fotos: André Feller und Guido Kollmeier

Und so berichtet die Presse:

https://www.hlsports.de/index.php?content=news&view=23137

http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Sensation-beim-Staffeltag-GGS-St.-Juergen-siegt-vor-OzD

Die Ergebnisse:

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