Stillstand?

IMG_8555Die Ed bemerkte es als erstes: Wegen eines Versuchs waren die Rolläden im Physikraum heruntergefahren. Dann ging das Licht aus. Zugleich der Beamer. Dunkel war es und stickig. Zu diesem Zeitpunkt hatten andere Klassen den Stromausfall noch gar nicht bemerkt. Zwar blieben die Funkuhren stehen, aber lernen lässt sich bei Tageslicht auch mit Tafeln und Büchern. Erst nach und nach sickerte am Johanneum durch, dass nichts mehr ging. Was passierte dann? Und was wäre eigentlich, wenn wir nicht nur von 12.14 bis 16.05 Uhr , sondern dauerhaft ohne Strom leben müssten? Darüber hat sich die Presse-AG Gedanken gemacht – die alle ganz klassisch mit Stift und Papier aufgeschrieben haben.

Kein Licht, kein Handyempfang – gar nichts. Zum Glück war es hellichter Tag und Sonnenschein, als bei uns der Strom ausfiel. Aber wie macht man dann mit dem Unterricht weiter? Man geht nach draußen! Einige Klassen haben den Unterricht auf dem Schulhof fortgeführt. Den anderen Klassen fiel zunächst nichts auf, doch spätestens, nachdem mehrere Schüler bemerkten, dass sie keinen Handyempfang mehr hatten (wie eigentlich während der Unterrichtszeit?), wurden sie aufmerksam. Kein Licht in den Fluren, geschlossene Türen, kein Computerzugang. Wie steht es eigentlich um das Mittagessen in der Mensa? Hoffentlich schmilzt das Eis nicht weg. Zu traurig wäre es auch um Passepartout, das gerade die ganze Schule vorbereitet. Ohne Strom geht gar nichts, nicht einmal die Toilettenspülungen funktionieren noch vollständig. Und was macht die Presse-AG bei Stromausfall? Die schreibt zur Abwechslung mal wieder per Hand und wartet, bis der Strom wiederkommt.

Lilly Hardt, Ed

Und wenn der Strom nicht wiederkommt?

Das Problem, das höchstwahrscheinlich die meisten Menschen als erstes bemerken würden, ist, dass das Handy plötzlich nicht mehr funktioniert. Das nächste Problem würde allen Menschen spätestens auffallen, wenn sie Hunger bekommen und die Kühlschranktür öffnen würden. Anstatt eisiger Kälte würde ihnen höchstens stickige Luft entgegen kommen. Die Fleischware würde schon bald nicht mehr essbar und das Eis nur noch eine dickflüssige Sauce sein.

Das Handy- und Computerproblem würde nach einigen Tagen dazu führen, dass mehr Menschen miteinander sprechen müssten (was ja eigentlich von Vorteil wäre), die Post jedoch überfüllt wäre, damit man Freunde, die weiter weg leben, erreichen könnte. Die Menschen, bei denen Computer und andere technische Geräte bei ihrem Beruf unverzichtbar sind, müssten sich einen anderen Beruf suchen. Niemand könnte mehr online Zeitungsartikel oder Bücher lesen. Die LN hätten viel zu tun, da sie die Zeitungen per Hand drucken müssten, und die Bücherei und Buchhandlungen wären gut besucht. Für das Essen müsste auch noch gesorgt werden. Menschen müssten in Gebiete ziehen, in denen Nahrungsmittel angebaut werden oder selbst Pflanzen in die Erde setzen, um zu überleben. Warmes Essen würde kaum auf den Tisch kommen, und alles müsste schnell verzehrt werden.

Die Toiletten wären ebenfalls ein großes Problem, da die Spülung nicht funktionieren würde. Also müsste man es wohl wie in den guten alten Zeiten machen und sich im Wald erleichtern. Tja, es würden wohl ziemlich viele Probleme ohne Strom auftauchen, die man irgendwie lösen müsste. Daran merkt man, wie viel wir ihn nutzen, doch es würde Lösungen geben!

Josefin Greve, 6c

Ich denke, wenn wir nie wieder Strom hätten, würden viele Menschen gar nicht klarkommen. Wahrscheinlich werden wir zu ganz anderen Menschen. Na gut, nicht zu ganz anderen, aber wir würden schon andere Verhaltensweisen haben. Viele Menschen, wenn nicht sogar alle, würden pleite gehen, denn sie könnten ja nicht mehr auf ihre Bankkonten zugreifen.

Tom Philip Höfer, 6c

IMG_8554Die Digitalisierung schreitet rasend voran. Ein Tag ohne Handy, für viele unvorstellbar. Strom sowieso so selbstverständlich wie das Zähneputzen, wahrscheinlich noch selbstverständlicher.

Doch wenn dieses mal ausfällt, existiert eine nie dagewesene Situation. Wären nur das WLAN oder das Handy ausgefallen, dann könnte man ja geradezu noch von einem Segen sprechen. Es würde eine Fokussierung auf das Wesentliche stattfinden, und man würde Zeit mit der Familie und Freunden verbringen. Vielleicht wäre das analoge Leben plötzlich wieder modern.

Doch ein Stromausfall über einen längeren Zeitraum ist so wahrscheinlich wie der Champions League Titel für den HSV. Kühlschränke, Heizungen, selbst der Herd, all das wäre weg. Ein Eis ein nicht erfüllbarer Traum. Ein Rückschritt ins Mittelalter…

Selbst die letzte Möglichkeit, meine Großeltern um Rat zu fragen, wäre sinnlos – auch sie kennen nur ein Leben mit Elektrizität.

Flemming Baumgart, Eb

Kein Internet, keine Kühlschränke, kein Licht. Lübeck leuchtet nicht mehr. Kinder können ihre Eltern nicht mehr erreichen. Nach und nach wird die letzte Energie verbraucht. Leider hält auch die Notstromversorgung der Krankenhäuser nicht ewig. Wahrscheinlich werden einige mit ihrem letzten Benzin irgendwo hinfahren, wo es Strom gibt. Vielleicht werden alle wegfahren. Es könnte so weitergehen, bis Norddeutschland nur noch unbewohntes Waldgebiet ist.

Eleana Chalkias, 6c

Und was stellst Du Dir vor?

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