Fysik og hygge

IMG-20180910-WA0014Schulstart in Dänemark! Gleich in der ersten Schulwoche fuhr die Q1b zur naturwissenschaftlichen Fachexkursion nach Greve in der Nähe von Kopenhagen. Ein Glück, dass die Zufriedenheit auf unserem kleinen Austausch nach Kopenhagen exponentiell zunahm und man unsere Laune bei Anbruch der Reise nicht als Maßstab für unsere Glücklichkeit im Großen und Ganzen nehmen konnte. Denn nachdem der Flixbus nach einer ganzen Stunde, die wir im Regen warteten, immer noch nicht in Sicht war, wurden selbst die Gelassensten und Optimistischsten von uns langsam leicht genervt.

Zu guter letzt kam dann doch der Bus und wir machten uns auf in Richtung Norden.

16 Ausweise bei 18 Leuten waren dann leider zwei zu wenig und so kam uns dann auch noch ein halbstündiger Aufenthalt bei der Grenzpolizei vor der Fähre auf Puttgarden zugute. Die Hilfe des dänischen Grenzpolizisten J. Anderson können wir hier auf jeden Fall weiterempfehlen. Dank seiner Hilfe ging am Ende dann alles gut aus und wir konnten mit der Fähre Richtung Dänemark ablegen.

IMG-20180910-WA0046Mit etwa eineinhalb Stunden Verspätung erreichten wir schließlich Kopenhagen, wo uns der Deutschlehrer des Greve-Gymnasiums in Empfang nahm. Nach einer kurzen Fahrt mit der Bahn, während der einige von uns noch versuchte, sich schnell etwas Dänisch anzueignen, erreichen wir den Bahnhof in Greve. Unsere Austauschpartner warteten bereits auf uns und dann teilten wir uns für den Abend schon auf die Gastfamilien auf.

Statt der eigentlich geplanten Bioexperimente erwartete uns am nächsten Morgen im Greve-Gymnasium zunächst eine sehr interessante Einheit physikalischer Experimente: Elektromagnetismus (=Nägel durchbrennen), Ionisation (=Blitze) und vieles mehr. Bei der anschließenden Tour der Schule konnten wir neben der Astronomiekuppel, Sporthalle und weiteren Räumlichkeiten auch noch sehen, dass ein großer Teil des Unterrichts in Dänemark in Kleingruppen an Laptops verrichtet wird und kaum noch traditioneller Frontalunterricht an der Tafel gemacht wird. Außerdem konnte man auch sehen, wie das dänische Schulsystem (bei dem verschiedene Schulen wie Unternehmen miteinander konkurrieren und pro Schüler eine gewisse Summe Geld erhalten) eindeutig dafür sorgt, dass eine populäre Schule viel besser ausgestattet sein kann als in Deutschland. Zur Ausstattung des Greve-Gymnasiums zählt unter anderem eine Nebelkammer, in der zum Beispiel die Elektronen und Alpha-Teilchen der kosmischen Hintergrundstrahlung als weiße Linien oder Punkte sichtbar werden.

Danach arbeiteten wir in Kleingruppen heraus, was eigentlich typisch Dänisch sowie typisch Deutsch ist. Besonders interessant war das Vorstellen in der jeweils anderen Sprache: Da keiner von uns mehr als „danke“ auf Dänisch sagen konnte, wurde diese Übung vermutlich sehr lustig, vor allem für unsere dänischen Gegenüber. Auch das generelle Sprachen-Chaos mit Deutsch, Dänisch, Englisch und teils sogar noch Spanisch war höchst amüsant.

IMG-20180831-WA0000Nach einer kurzen Mittagspause wollten wir den Nachmittag in Roskilde verbringen. Die viele Zeit in unserer Klassengemeinschaft hatte unseren Zusammenhalt bereits so sehr gestärkt, dass wir die gemeinschaftliche Übung vor Beginn der Busfahrt, mit der gesamten Klasse auf einer Wippe im Gleichgewicht zu stehen, problemlos meisterten.

Den Samstagnachmittag verbrachten wir in Roskilde im Dom zu Roskilde, in dem traditionell die Mitglieder der dänischen königlichen Familie begraben werden. Nachdem wir uns die sehr beeindruckenden Gräber angeguckt hatten, machten wir uns auf dem Weg zum Wikingermuseum unten am Meer. Dort lagen imposante Rekonstruktionen von Wikingerschiffen, unter anderem ein über 30 Meter langes, bunt bemaltes Langschiff.

IMG-20180910-WA0021Zurück in Greve feierten wir mit unseren dänischen Partnerschülern eine Pizzaparty, bis wir dann noch ein Konzert von Johnny Deluxe auf einem Festival in Køge (einer Stadt etwa 40 Kilometer südlich von Kopenhagen) besuchten. Auch wenn wir natürlich kein Wort der dänischen Lieder verstanden haben, herrschte eine tolle Atmosphäre. Auf dem Marktplatz drängten sich die Menschen dicht an dicht, sangen laut mit und tanzten begeistert. Außen herum standen Wagen mit verschiedensten Speisen im Kreis darum. Selbst unsere Lehrer konnten der Atmosphäre am Ende nicht nein sagen und kamen beim Konzert vorbei. Die Rückfahrt war erfüllt von Klatschen, Stampfen und dem Lied „If you’re happy and you know it“ und so war bevor wir es wussten, unser zweiter Tag auch schon rum.

Samstagmorgen verabschiedeten wir uns von unseren Gastfamilien und machten uns auf den Weg nach Kopenhagen. In kleineren Gruppen erkundeten wir am Vormittag die Stadt, vom berühmten Tivoli durch Einkaufsstraßen und kleinere Gassen bis zu bunten Häusern an einem der Kanäle. Später konnten wir uns vom Runden Turm aus noch einen schönen Ausblick über die Stadt von oben verschaffen, den wir dann auf einer Bootstour noch um den Blick „von unten“ vom Wasser aus ergänzen konnten. Alte und enge Kanäle, sehr flache Brücken (was macht man dann eigentlich bei Hochwasser?), Bungeejumping von einem Kran (glücklicherweise über dem Wasser, als zusätzliche Notfallsicherung) und die Kleine Meerjungfrau (die vom Boot aus wirklich recht klein war, dafür musste man sich aber nicht mit allen anderen Touristen um einen Blick auf das Wahrzeichen Kopenhagens streiten)… wir konnten eindeutig noch mal eine andere Seite Kopenhagens kennenlernen, selbst wenn die Präsentation halb auf Englisch und halb auf Italienisch im Fahrtwind doch recht schwer verständlich war.

Damit neigte sich unsere Fahrt auch schon dem Ende zu und wir machten uns auf in Richtung Flixbus, der wider aller Erwartungen tatsächlich pünktlich kam! Einige Werwolfspiele, Kartentricks und eine Fährfahrt bei Sonnenuntergang später waren wir auch schon wieder in Lübeck angekommen nach drei langen und aber auch tollen Tagen.

Ganz herzlichen Dank an die Lehrer in Kopenhagen, die uns durch die Schule und Roskilde geführt haben und die Familien, die uns aufgenommen haben! Es war sehr spannend, einen Einblick ins dänische Leben zu bekommen, es sind tolle neue Freundschaften entstanden und wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch nach Lübeck! Außerdem natürlich vielen Dank an Frau Scheibe und Herrn Langhans, die die Fahrt zuerst organisiert haben und uns jetzt die drei Tage lang betreut haben!

Text: Svenja Benkert, Q1b

Fotos: Lisa Andoff, Fina Ihlow, Dessiré Arrieta Murillo (alle Q1b)

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