Französisches Leseprojekt: Spannende Landes-Jurysitzung in Kiel

Im Rahmen des Prix des Lycéens allemands haben wir, der Q1-Grundkurs Französisch, uns seit den Herbstferien intensiv mit vier ausgewählten Jugendromanen beschäftigt. Am 9. Januar war dann die erste Jurysitzung, in der – natürlich auf Französisch – in der Klasse diskutiert wurde, welches Buch uns am besten gefällt. Das Buch, das letztendlich das Rennen gemacht hat, heißt „Une fille de…“, in dem die Protagonistin Hannah, Tochter einer ukrainischen Prostituierten, aus ihrem Leben erzählt. Dieses Buch galt es nun auf Schleswig-Holstein Ebene zu verteidigen. Nachdem eine Mehrheit des Kurses mich als Delegierte gewählt hatte, bin ich also zu diesem Zweck mit Lotte Philipp und Frau Maack als Unterstützung am 14. Februar zur landesweiten Jurysitzung nach Kiel gefahren.

Um 12 Uhr haben wir uns mit Kristine, der Vertreterin der Thomas-Mann-Schule, und deren „Fanclub“ am Bahnhof getroffen. Zwei Stunden später begann auch schon die Jurysitzung mit einer herzlichen Begrüßung durch zwei Muttersprachlerinnen des Institut Français und Annette de la Motte vom Bildungsministerium sowie einer anschließenden Vorstellungsrunde. Dann wurde es ernst: Der Inhalt der Bücher wurde abwechselnd von allen zehn Vertreterinnen und Vertretern zusammengefasst. Da kam man ganz schön ins Schwitzen, denn nicht nur diese Delegierten aus ganz Schleswig-Holstein waren im Raum, sondern dazu noch etwa 60 weitere Schüler*innen und Lehrer*innen, die mit den Diskutierenden mitfieberten. Nachdem alle vier Bücher zusammengefasst worden waren, begann die eigentliche Diskussion. Es ging heiß her und es war wirklich schwer, überhaupt zu Wort zu kommen. Trotzdem war der Umgang sehr höflich und wir haben auf einem hohen Sprachniveau argumentieren können. Pro Buch haben wir circa eine halbe Stunde diskutiert. Nach einer kleinen Pause ging es dann in die letzte Runde, die „Powerdiskussionsrunde“, in der in fünf Minuten die wichtigsten Argumente noch einmal genannt werden durften. Danach stimmte jeder in einer geheimen Wahl für sein Lieblingsbuch. Es gab sieben Stimmen für „Une fille de…“! Somit reichte ein Wahlgang und es war klar: Jo Witeks Roman geht für Schleswig-Holstein bei der bundesweiten Jurysitzung ins Rennen, die während der Buchmesse in Leipzig abgehalten wird. Der letzte Programmpunkt war die Wahl einer Delegierten, die unserer Meinung nach am besten argumentiert hat, um unser gewähltes Buch zu verteidigen. Um 17 Uhr saßen wir alle wieder im Zug nach Lübeck.

Abschließend kann ich sagen: Auch wenn ich anfänglich Angst hatte, dass alle besseres Französisch sprechen als ich und dass ich zu schüchtern bin, hat es sich gelohnt. Es war auf jeden Fall eine interessante und auch bereichernde Erfahrung. Und wirklich schwierig war es nach der guten Vorbereitung auch nicht, auf Französisch zu diskutieren!

Lisa Gerlach, Q1c