Der eigenen Neugier Nachgehen, eigene Fragen selbst klären, beim Lernen selbst Entscheiden … das ist „Forschen & Lernen“, ein Schulfach für unsere Jahrgänge 7 und 8. Jeweils im zweiten Halbjahr stellen unsere Siebt- und Achtklässler:innen ihre Forschungsfragen auf (Einstiegssphase), recherchieren hierüber und sammeln ihr Material (Erarbeitungsphase) und präsentieren ihre Ergebnisse am Schuljahresende (Produktphase). Die Forschungsfragen dürfen aus allen Bereichen der Schulfächer und des Alltags kommen und gerne auch fächerübergreifend sein.
Mit „Forschen & Lernen“ lernen die Schüler:innen selbstreguliert und eigenverantwortlich, das heißt sie sind selbst die Regisseur:innen ihrer Lernwege, während die Lehrkräfte als Begleitung/ Coaches beraten. Hinter „Forschen & Lernen“ steht ein Schulentwicklungsprozess, der sich 2023 auf den Weg machte, das Lernen in der Schule zu öffnen. Dabei blickten wir auch hinter die Kulissen anderer Schulen, um uns inspirieren zu lassen (vor allem bei unserem Namensvetter, dem Johanneum in Hamburg). Gesteuert wird der fortlaufende Prozess von einer Arbeitsgemeinschaft aus Lehrkräften, die in regelmäßigem Abstand zusammenkommt und Ideen sammelt, Materialien austauscht oder Feedback auswertet.
Das Projekt steht dabei nicht alleine, sondern durchdringt alle Bereiche der Schulentwicklung. So ist auch das Raum- und Möblierungskonzept der seit Herbst 2025 laufenden Schulsanierung am Johanneum auf eine Öffnung des Unterrichts hin zu mehr eigenverantwortlichen Anteilen in allen Fächern ausgerichtet. „Forschen & Lernen“ leistet insofern einen Beitrag zur notwendigen Kompetenzentwicklung der Schüler:innen, aber auch der Lehrkräfte.
Als Prototypen für das Raumkonzept haben wir seit 2024 im vierten Stock unseres Hauptgebäudes Räume, die speziell auf das selbstregulierte Lernen bei „Forschen & Lernen“ eingerichtet sind. Hier können Schüler:innen entscheiden, ob sie sich gemütlich in ein Buch vertiefen, einen PC-Arbeitsplatz zum Arbeiten, einen Tisch zum Diskutieren mit anderen oder nochmal einen kurzen Input ihrer Lehrkraft brauchen. Auch in der Außenstelle Hüxwiese (Hüxschule) haben wir Räume mit besonderen Möbeln eingerichtet, die schon einen Vorgeschmack auf die entstehenden „Lernlandschaften“ bieten.

Das diesjährige Motto für „Forschen & Lernen“ lautet „maximale Perspektive“. Es ist bewusst angelehnt an das Motto von „Jugend forscht“, weil Überschneidungen hier möglich und gewünscht sind. „Perspektive“ meint die Art und Weise, wie wir auf Fragen, Menschen, Dinge und Zusammenhänge schauen – immer abhängig vom eigenen Standpunkt. „Maximal“ bedeutet dabei nicht höher, schneller oder besser, sondern möglichst offen, vielfältig und weit gedacht. Forschen heißt in diesem Sinne, den Blick bewusst zu erweitern, andere Sichtweisen mitzudenken und dabei einen verschärften Blick zu bekommen. Lernen mit maximaler Perpektive ist also ein Lernen, bei dem der eigene Blick verändert, vertieft oder neu ausgerichtet wird. So eröffnet „maximale Perspektive“ Räume für freies und verantwortungsvolles Forschen… Wir sind jedenfalls maximal gespannt auf die Lernprodukte, die die Siebt- und Achtklässler:innen zu Schuljahresende präsentieren werden!
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