Zwischen Wort und Ton: Abstraktion hörbar gemacht

Manchmal öffnet uns Musik Türen, die der Sprache verschlossen bleiben. Sprache gibt uns einen Rahmen vor, in dem wir denken und Bedeutungen entschlüsseln. Musik hingegen ist grenzenlos: Sie lädt uns ein, kreativ zu werden, und lässt Raum für eigene Gedanken und Gefühle. Wäre es da nicht faszinierend, Sprache mithilfe von Musik zu abstrahieren und auf neue Weise erfahrbar zu machen? Genau das ist möglich.

Wie das funktioniert, durften wir als Klasse 10e selbst herausfinden. In einem vierstündigen Workshop mit Leonhard Calm lernten wir, wie sich Sprache und Musik miteinander verweben lassen. In den ersten beiden Stunden zeigte uns Leo verschiedene Verfahren, mit denen man Texte – oder Sprache allgemein – in musikalische Strukturen übersetzen kann. Diese Methoden im Detail zu erklären, wäre ziemlich komplex; am ehesten lassen sie sich mit Codierungen vergleichen. Die scheinbar zufälligen Notenfolgen, die wir nach der Verschlüsselung erhielten, stellten den verschlüsselten Text dar.

Doch wozu das Ganze?

Diese Frage stellten wir uns anfangs ebenfalls. Die Antwort ergab sich in der zweiten Hälfte des Workshops: Mit unseren eigenen Instrumenten durften wir die zuvor entstandenen Notenfolgen umstellen, variieren und daraus eigene Melodien komponieren. So entstanden kleine musikalische Interpretationen unserer verschlüsselten Texte.

Hier ein paar Beispiele, wie das klang:

Am Ende waren wir uns einig: Der Workshop hat uns nicht nur viel Freude bereitet, sondern auch gezeigt, dass Sprache weit mehr ist als eine Aneinanderreihung von Worten – besonders dann, wenn man bereit ist, seinen Horizont um ein oder zwei Noten zu erweitern.

Silas Kuchta, 10e