„Erzählt es euren Kindern!“
Anlässlich der sich zum 81. Mal jährenden Befreiung des Vernichtsungslagers Auschwitz, in dem die Nationalsozialisten bis zum 27. Januar 1945 politische Gegner und vor allem jüdische Menschen umbrachten, fand am Jahrestag unser Holocaust-Gedenktag statt. Jeder Jahrgang des Johanneums durfte in altersangemessenen Projekten etwas zum Holocaust lernen und der Opfer gedenken.
5. Klassen
Wir aus der Klassenstufe 5 haben uns am Holocaust-Gedenktag mit Stolpersteinen beschäftigt. Dies sind Steine, auf denen oben eine Platte aus Metall liegt. In die Platte ist ein Name eingraviert, das Geburts- und Sterbedatum sowie die Orte. Die Steine findet man immer wieder in der Lübecker Altstadt. Insgesamt gibt es inzwischen 300.000 Steine in Deutschland. Sie heißen Stolpersteine, da man sozusagen über sie stolpert. Aber nicht mit dem Fuß, sondern mit den Augen, denn wenn man etwas Goldenes mitten auf dem Boden sieht, guckt man automatisch hinunter und sieht, wer hier einmal gelebt hat, in welchem Lager er gewohnt hat und wann er schließlich getötet wurde.
Wir aus den 5. Klassen haben also die Steine geputzt, damit es noch mehr glänzt, alle Menschen hinuntersehen und sich immer an das, was damals Schreckliches passiert ist, erinnern.
Merle Behrendt, 5c
6. Klassen
Die 6. Klassen befassten sich mit dem Buch ,,Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Dazu beschäftigten sie sich z.B. mit dem Cover oder guckten den Anfang des dazugehörigen Films. In diesem Buch von Judith Kerr geht es um eine Familie, in der der Vater ein Schriftsteller ist, welcher sich aktiv gegen Hitler stellt. Aus diesem Grund müssen sie aus Deutschland fliehen. Nicht viel Zeit vergeht und seine Familie flieht ebenfalls. Nach diesem Teil geht es um Geld, welches der Vater nicht genug verdient, weshalb sie immer weiter fliehen und immer wieder einen Neuanfang wagen müsen.
Außerdem sammelten wir Informationen und Begriffe zum Holocaust und der damaligen Zeit.
Der 6. Jahrgang in der Presse-AG
8. Klassen
Der 8. Jahrgang hat sich mit der jüdischen Kultur beschäftigt und war dafür in der Lübecker Synagoge. Wir wurden von einem freundlichem Mann begrüßt, der uns durch das Gebäude geführt hat. Er hat uns viel über die Geschichte der Synagoge erzählt und was während der NS-Zeit damit geschehen ist. Außerdem haben wir einen Einblick in jüdische Traditionen bekommen, unter anderem, dass Männer und Frauen während des Gottesdienstes getrennt werden und dass Jungen ab dem 14. Geburtstag in die Gemeinde aufgenommen werden. Natürlich gibt es viele Feste, die sich stark vom Christentum unterscheiden. Zum Beispiel Chanukka, bei dem jeden Tag eine Kerze angezündet wird. Wir waren zuerst im Gebetsraum und anschließend in zwei Ausstellungsräumen. Der Ausflug war sehr informativ und spannend. Vielen Dank an die jüdische Gemeinde aus Lübeck, dass dies ermöglicht wurde!
Anna Kaiser, Florentine Pannier und Eva Teubert, 8c
Fotos: Eva Teubert und Anna Kaiser
9. Klassen
10. Klassen
Dieses Jahr haben wir am Holocaust-Gedenktag die Konzentrationslager-Gedenkstätte Neugamme besucht. Dort konnten wir uns das Gelände angucken und ein Guide erklärte uns die Hintergründe und die Bedeutungen der einzelnen Gebäude. Man konnte die Überreste der Schlaf- und Arbeitsplätze besichtigen. Eines der Gebäude, welches vorher einer der vielen Schlafsäle war, ist jetzt ein Informationshaus, in dem wir standen. Das war schon sehr beeindruckend, dort zu stehen, wo früher Häftlinge gelitten haben. Die Führung war sehr interessant, aber vor allerm erschreckend, denn der Gedanke, an so einem Ort leben zu müssen, scheint für uns unvorstellbar. Dort konnten wir viel Neues über den Holocaust lernen und vor allem auch sehen, wie dies damals ablief.
Sophie Dammann und Lilly Friedrich, 10b
Q1 & Q2:
Ursprünglich sollte für die Jahrgänge Q1 und Q2 am Jahrestag ein Gespräch mit einem Augenzeugen und Überlebenden des Holocausts stattfinden. Da dieser aber kurzfristig verhindert war, musste spontan noch eine andere Veranstaltung gefunden werden. So fanden wir uns am 27. Januar mit den beiden Jahrgängen in der kleinen Turnhalle zusammen, um eine musikalische Lesung zu erleben. Hierbei wurden von Rebecca Indermaur, Edgar Herzog und Lothar Tubbesing Gedichte und Texte vorgelesen, welche von Autoren geschrieben wurden, deren Bücher von den Nationalsozialisten bei den Bücherverbrennungen verbrannt wurden. Dazu wurden die Lebensgeschichten der Autoren erzählt, die für die meisten mit dem Tod im Konzentrationslager enden mussten.
Die Lesung war sehr berührend und regte zum Nachdenken an, weil das Thema heute aktueller denn je ist, da auch einige Bundesstaaten der USA schon viele Bücher aus den Läden und Schulbibliotheken verbannt hat.
Henri Stüler, Q1e


















