Oper? Klingt ernst – macht aber Spaß: die 10b bei „Carmen“
Viele Menschen verbinden mit Oper vor allem schwere Kost und strenge Gesangskunst. Dass ein Opernabend aber sehr unterhaltsam sein kann, erlebte die Klasse 10b am 6. März in der Lübecker Aufführung von Carmen. In den Wochen zuvor hatte sich der Musikunterricht intensiv mit Musiktheater beschäftigt: Musical, Operette, Oper – Begriffe, die man kennt, ohne immer genau zu wissen, was dahintersteckt und wie viel Arbeit in solchen Produktionen steckt.
Nach verschiedensten Unterrichtsinhalten, dem Singen der berühmten Habanera und einer Podiumsdiskussion über die Modernität und Relevanz von Opern in unserer heutigen Gesellschaft durfte die Klasse nun auch eine echte Oper erleben. Viele waren vorher noch nie in den Genuss gekommen, aber als wir am Freitagabend um 19:00 Uhr vor dem Theater Lübeck standen, war die Stimmung durchaus gespannt.
Von oben aus dem ersten Rang konnten wir, sobald der Vorhang aufging, zunächst das Bühnenbild bestaunen: blechern und im Hintergrund nach oben gewölbt wie eine umstürzende Welle. Doch viel Zeit zum Bestaunen blieb nicht, denn schon begann die Aufführung. Anders als im Original des Komponisten Georges Bizet begann die Handlung mit dem Ende der Oper: Carmen stirbt – genauer gesagt wird sie von Don José getötet. Auf der Bühne spielte sich der Kampf der beiden ab, untermalt vom Orchester. Am Ende des Stücks schloss sich der Kreis, indem die gleiche Szene wie zu Beginn wiederholt wurde.
Es wurde tosend applaudiert, und man sah den Schauspielenden ihre Emotionen an, denn wer bereits bei kleineren oder größeren Produktionen mitgewirkt hat, weiß, was so eine Inszenierung für alle Beteiligten an Aufwand und Hingabe bedeutet.
Das Fazit der Klasse 10b lautet: „Oper – das kann man wirklich machen.“ Trotz der stereotypen Rollenbilder von Carmen und Don José kommt man zu dem Schluss, dass die Oper auch heute noch einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit verschiedener Themen wie Femizid oder Diskriminierung leistet.
Und so gingen wir alle mit dem Ohrwurm der berühmten Habanera beschwingt nach Hause.
Betty Hofer von Lobenstein, 10b
Fotos: Henrieke Neubert









