Johanneumstalk: Herr Jacob

„Jeden Tag leben“ – das würde Herr Jacob seinem jüngeren Ich mitgeben. Warum das zu ihm passt, erfahrt Ihr in der heutigen Ausgabe des Johaneums-Talks.

Presse-AG: Wo ist ihr Lieblingsplatz am Johanneum?

Herr Jacob: In der Hüxschule zurzeit. Ich empfinde es als sehr angenehm, dass wir dort drüben nur die großen Jahrgänge haben. Von der Atmosphäre her ist das ein bisschen wie auf einem Campus in der Uni. Und wenn man dann so morgens mit dem herrlichen Wetter über den Kanal auf die Innenstadt guckt, das ist schon eine tolle Sache. Finde ich wunderbar!

Wie läuft Ihr Tag hier ab?

Na, das ist ganz unterschiedlich, also ich hab ja auch noch relativ viel Untericht. Und in jeder Pause ist irgendjemand da, der irgendetwas will oder möchte. Und man bespricht sich und nachmittags verwaltet man, also richtet seine Kurse ein und dann macht man noch ein bisschen Unterrichtsvorbereitung oder korrigiert und dann ist so ein Tag auch schon wieder vorbei. Das ist schon eine ganz schön ordentliche Schlagzahl, vor allem in diesen Spitzenzeiten so rund ums Abitur oder zum Schuljahresbeginn oder zum Halbjahr, wenn es Zeugnisse gibt. Da sind die Stufenleitungen immer besonders in Charge und gefragt.

Was sind Ihre Aufgaben am Johanneum?

Ich leite die Oberstufe, das heißt, ich organisiere alle Prozesse rund um die drei Jahre Oberstufenzeit inklusive Abitur. Ein großer Punkt ist die Kurseinteilung. Ich bespreche mich ganz viel mit Herrn Langhans, weil die Kurse in der Oberstufe sehr stark mit dem Stundeplan gekoppelt sind, sodass wir ganz viel Austausch brauchen.

Was mögen Sie an Ihrem Beruf so gerne?

Hier an der Schule oder…?

Also generell

Mhm, also ich fand den Lehrerberuf ganz interessant, weil man jungen Menschen was mitgeben kann. Das klingt immer so ein bisschen blöde und abgedroschen, aber ich finde das eine ganz schöne und verantwortungsvolle Aufgabe. Dinge, die man für wichtig hält, künftigen Generationen mitgeben zu können. Und nicht nur den eigenen Kindern, sondern wir haben ja eine sehr große Wirkung oder eine sehr große Streubreite. Wenn wir am Tag 200 Schüler sehen und auf die irgendwie Einfluss nehmen, dann ist das eine ganz schöne Erfahrung. 

Was ist Ihre Lieblingsjahreszeit am Johanneum?

Ich mag diese Jahreszeit jetzt am liebsten. Also, ich nenne sie gerne – Frau Christiansen wird das bestätigen –, ich nenne sie gerne Erntezeit. Die Abiturienten haben gerade ihre Prüfungsergebnisse bekommen. Und das ist ja quasi das Ergebnis von 13 Jahren Schulzeit. ​Und in der Zeit sieht man, was aus den Kindern, jungen Menschen geworden ist, was die sich an Bildung angeeignet haben, was die an Fähigkeiten erworben haben, die sie jetzt dann eben zeigen können. Das, finde ich, ist eine ganz, ganz befriedigende Erfahrung jedes Jahr.

Und was war das Schönste, das Sie am Johanneum erlebt haben?

Das Schönste, das ich am Johanneum erlebt habe… Ah, ich glaube, das war mein Physikprofil im letzten Jahr. Das hat mir ganz, ganz viel Freude bereitet. Mit denen war es jedes Jahr schön, weil wir auch uns einmal im Jahr bei mir zu Hause getroffen haben und dann da immer gegrillt haben und einen netten Abend gemacht haben und so. Das war cool und das waren einfach tolle Kinder. Hat Spaß gemacht mit denen.

Wann sind so Ihre Arbeitszeiten?

Das passt so ein bisschen zu dem, was ich vorhin erzählt habe mit dem Tagesablauf. Na ja, geht so um halb acht los und ist jeden Tag anders. Also, das ist auch schon manchmal, wenn man noch korrigiert, erst gegen elf, halb zwölf abends wieder zu Ende. Es gibt aber auch Tage, an denen man früher durch ist mit Schule.

​Das kann man eben so pauschal gar nicht sagen. Also, der Vormittag gehört vor allen Dingen dem Unterricht und dem Tagesgeschäft. Aber damit ist der Tag ja noch nicht zu Ende. Also, man hat dann viel Kommunikation. Diese E-Mail-Schreiberei. Und hier noch eine Nachricht, da mal noch ein Telefonat mit Eltern oder Kollegen oder wie auch immer. Das erstreckt sich schon so durch den ganzen Tag und es ist auch nicht so, dass wir Ferien haben, wenn Ferien sind. (lacht)

Jetzt haben wir noch ein paar Entweder/Oder-Fragen:

Herzhaft oder Süß?

Sowohl als auch.

Frühaufsteher oder Langschläfer?

Frühaufsteher.

Nutella mit oder ohne Butter?

Mit Butter!

Hund oder Katze?

Hund.

Meer oder Wald?

Beides.

Bungee Jumping oder Strickkurs?

Strickkurs.

Welcher Song beschreibt Sie am besten?

„Come, fly with me“.

Was war Ihr Kindheitstraum?

Also, ich wollte eigentlich alles Mögliche werden. Aber wenn ich noch mal dürfte, würde ich Pilot sagen.

Was ist Ihr Motto?

Ich fordere dich, weil ich dich achte.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich sagen?

Leben. Jeden Tag leben.

Wen würden Sie gerne beim Johanneumstalk interviewt haben?

Dennis, den Hausmeister. Der ist glaube ich ein ganz cooler Typ. Der ist ein ganz, ganz Netter, der sofort anpackt und den weiß ich sehr zu schätzen. Und ich glaub, da steckt auch viel dahinter ,das wir gar nicht so mitbekommen.

Dankeschön!

Romy König, Charlotte Stüler und Kira Jessen, 7a, für die Presse-AG