Another munolicious year!

Ende Mai haben sich diplomatiebegeisterte Schüler:innen aus allen möglichen Ländern wieder an der Thomas-Mann-Schule versammelt, um eine weitere fantastische MUNOL-Edition zu erleben. Model United Nations of Lübeck ist eine realitätsnahe Simulation der Vereinten Nationen, bei der sich Schülerinnen aus verschiedenen Altersgruppen als Delegierte treffen und in diplomatischen Debatten über aktuelle Weltprobleme und Ereignisse gemeinsam nach Lösungen suchen.

Ich hatte letztes Jahr bereits das Vergnügen teilzunehmen und seitdem habe ich nicht nur meine Hausaufgaben gemacht, sondern auch an weiteren Model United Nations teilgenommen, zum Beispiel MUN Berlin. Während sechs engagierte Schülerinnen und Schüler aus dem E-Jahrgang unserer Schule als Delegierte dieses Jahr an MUNOL teilgenommen haben, wollte ich dieses Mal einen Schritt weiter gehen und habe mich als Chair beworben. Die Chairs der verschiedenen Komitees sind für die Leitung der Sitzungen mit Delegierten, das Einhalten der Regeln und des Verhaltens sowie für die gesamte Organisation der Debatten zuständig. Als Chair beteiligt man sich nicht politisch an den Debatten, muss aber bereit sein, Konflikte zwischen Delegierten zu lösen sowie Resolutionen zu korrigieren und zu bewerten. Das ist mit viel Verantwortung verbunden, und genau das habe ich mir dieses Jahr vorgenommen. Meine Bewerbung als Chair war erfolgreich und ich war Deputy Chair des Commission on Criminal Justice and Crime Prevention und durfte zusammen mit Josephine, der Main Chair des Komitees, die Leitung übernehmen.

Die Woche als Chair war alles andere als langweilig. Letztes Jahr war mein Komitee sehr kompetitiv und ich hatte nicht so viel Spaß in den Sitzungen, weil ich mich stark konzentrieren musste. Dieses Jahr gehörten die Delegierten zu den offensten und lustigsten Menschen, die ich je kennengelernt habe. Von einer „Revolution“ unserer eigenen Delegierten, die uns aus dem Sitzungsraum „geworfen“ haben, weil wir angeblich „zu spät“ waren (Spoiler: Chairs können nicht zu spät sein, da wir die Sitzungen eröffnen), über eine „Kriegserklärung“ mit dem Komitee für Population Development bis hin zu „Just Dance“-Pausen, in denen das ganze Komitee getanzt hat, war wirklich ALLES dabei. Ich habe die ganze Woche viel gelacht, gelernt und neue Freundschaften geschlossen.

Es war außerdem sehr interessant, Debatten aus einer neutralen Perspektive zu beobachten, Notizen darüber zu machen, wer die besten Reden hält und wer besonders viel Wissen und diplomatisches Geschick zeigt. Josephine und ich hatten am Ende eine wirklich schwere Entscheidung bei der Wahl der besten Delegierten unseres Komitees.

Die Partys waren dieses Jahr leider wegen des schlechten Wetters und etwas schüchterner Stimmung ein bisschen ruhiger als letztes Jahr, aber trotzdem hatte ich sehr viel Spaß und viele witzige Gespräche mit den anderen Teilnehmenden. Etwas schwieriger war nur das frühe Aufstehen um 7 Uhr, nachdem man am Vortag erst spät nach langen Debatten und Resolutionen nach Hause gekommen ist…

Insgesamt war es für mich eine unvergessliche MUNOL-Erfahrung, vor allem in meiner Rolle als Chair. Auch wenn ich meine Aufgabe sehr ernst genommen habe und zwischendurch sogar als „scary“ bezeichnet wurde, haben sich am Ende viele Delegierte für meine Seriosität und mein Durchhaltevermögen bedankt und gehofft, mich wiederzusehen.

Da es aber mein letztes Jahr am Johanneum ist, werde ich nächstes Jahr leider nicht mehr teilnehmen können. Deshalb seid ihr jetzt dran! Wer sich für Politik, Debatten oder diplomatische Arbeit interessiert, sollte unbedingt bei der nächsten MUNOL-Edition mitmachen. Tragt die Tradition weiter – ich verspreche euch, dass ihr eine unvergessliche Erfahrung machen werdet!

Vielen Dank an Frau Paraknewitz für diese weitere Möglichkeit zur Teilnahme. Wenn ihr Interesse habt, meldet euch gerne bei ihr oder in Zukunft auch wieder bei Frau Wiegand!

Denisa Ticu, Q2a