Mathematik auf Bundesniveau

Hallo, ich bin Jonah Ritter aus der 9c. Ich war vom 7. bis zum 10. Juni 2026 bei der Bundesrunde der Mathematik-Olympiade in Hamburg. Einige von euch kennen bestimmt das Prinzip dieses Wettbewerbes:

Es gibt in jeder Runde ein oder mehrere Klausuren mit schwierigen mathematischen Aufgaben und wenn man gut genug abschneidet, kann man irgendwelche Preise gewinnen und kommt weiter in die nächste Runde. Die erste Klausur ist auf Schulebene für alle, die teilnehmen möchten. In der zweiten Runde sind dann die Gewinner aller Lübecker Schulen, danach kommt die bundeslandweite Landesrunde, danach die deutschlandweite Bundesrunde und zuletzt die internationale Mathematik-Olympiade. Dabei ist die Anzahl derer, die weiterkommen, natürlich abhängig von der Anzahl der SchülerInnen eines Bundeslandes/ einer Stadt. Der Wettbewerb ist natürlich auch in Jahrgänge unterteilt. Die Aufgaben werden von Runde zu Runde schwieriger, sind aber schon in der Schulrunde nicht einfach. Dafür hat man aber auch reichlich Zeit (45min+ pro Aufgabe).

Die Aufgabentypen unterscheiden sich auch stark von Schulmathematik. Man muss sich meist Stück für Stück Ansätze, Probleme, Regeln, Gemeinsamkeiten und Strukturen überlegen, um von der Aufgabe zur Lösung zu gelangen.

Ich habe es jetzt dieses Jahr zum ersten Mal geschafft, bis in die vierte Runde (Bundesrunde) zu gelangen. Es gab im April ein Trainingswochenende hier in Lübeck für alle Teilnehmenden aus Schleswig-Holstein, an dem ich teilgenommen habe, und man konnte regelmäßig zum Üben an Online-Seminaren der Uni-Flensburg teilnehmen (was ich aber nicht gemacht habe; da war ich zu faul für). Die Bundesrunde in Hamburg hat vier Tage gedauert. Sonntag bin ich angereist, Montag war die erste Klausur, Dienstag die zweite (je 4,5 Stunden) und Mittwoch war die Siegerehrung. Die Klausuren hatten je drei Aufgaben, von denen ich sogar drei geschafft habe und damit 17 von 40 Punkten bekommen habe. Damit bin ich total zufrieden, auch wenn ich nichts gewonnen habe. Das Rahmenprogramm war hingegen eher uninteressant, aber nötig, damit die Korrektoren alles korrigieren können. Die Menschen, die ich bei der Bundesrunde getroffen habe, waren alle extrem mathebegeistert. Teilweise habe ich mich in deren Gegenwart auch etwas unwohl gefühlt, weil sie pausenlos über Mathematik und nichts anderes geredet haben ;).

Ich habe dieses Jahr nun schon zum siebten Mal an der Mathe-Olympiade teilgenommen. Nicht etwa weil ich unbedingt gewinnen will, sondern weil ich Gefallen an den Aufgaben finde. Ich mache das nur zum Spaß. Ich habe auch keine hohen Ansprüche an mich, da ich mich sonst ja nur unter Druck setzen würde und dadurch den Spaß am Ganzen verlieren würde. Mir gefallen die ersten Runden auch besser, weil sie weniger kompetitiv, entspannter und kleiner sind. Eigentlich macht Mathematik auch in der Gruppe viel mehr Spaß als allein. Die Übungsstunden, die Herr Lüttig manchmal veranstaltet, sind deshalb fast schon besser als die Olympiade selbst. Ein großes Dankeschön an Herrn Lüttig deshalb an dieser Stelle, dass er das so engagiert macht.

Generell möchte ich euch allen mitgeben: Wenn ihr etwas macht, weil es euch Spaß macht (zum Beispiel ein Instrument spielen), dann macht es auch so, dass es euch Spaß macht, bzw. vermeidet das, was euch den Spaß daran nimmt. Versucht nicht, zu erreichen, was andere von euch erwarten, sondern das, was ihr selbst erreichen wollt.

Danke, dass ihr das bis hier gelesen habt. Ich bin zwar ein wenig vom Thema abgekommen, aber der letzte Absatz eben war mir wichtig. Denkt da also gerne mal drüber nach, ob da vielleicht was dran ist, und was ihr machen wollt. Danke!

Jonah Ritter, 9c

Fotos: https://mo2026.de