Johanneumstalk: „Es gibt einen Song für jede Lebenssituation“

und „Noten sind nur das, was man messen kann.“ Diese Mottos, die sofort im Kopf bleiben, kommen von Frau Salomon und Herrn Lübke. Wir haben sie zu unserer Reihe „Johanneumstalk“ interviewt, da sie die beiden Lehrkräfte sind, die momentan am längsten am Johanneum arbeiten!

Presse-AG: Wie lange sind Sie schon am Johanneum?

HL: Du warst vor mir da, glaube ich.

FS: Ja, ich habe schon mein Referendariat 1994 hier gemacht und bin dann 2001 wiedergekommen.

HL: Ich bin im Schuljahr 1998/99 für ein Jahr gekommen, als Angestellter, und dann habe ich ein Jahr etwas anderes gemacht, weil keine Stelle mehr frei war. Im Schuljahr 2000/01 hat mich dann der damalige Schulleiter angerufen. Das war das Jahr nach dem Umbau der Feuerwehr.

Und was hat sich in dieser Zeit verändert?

FS: Alles (lacht). 

HL: Es hat sich natürlich von den Gebäuden viel geändert, von Kreidetafeln müssen wir auch nicht mehr reden… Die Mensa gibt es jetzt. Und einfach die Art, eine Schule zu führen, ist anders.

FS: Woran man es im Kollegium vielleicht am schnellsten merkt, ist, dass der Schulleiter jetzt alle duzt. Und es ist natürlich mittlerweile alles digital.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz am Johanneum?

HL: Ich sitze bei gutem Wetter ganz gerne mal draußen, zum Beispiel im grünen Klassenzimmer oder einfach so auf dem Schulhof. Im Lehrerzimmer ist es mir dann häufig zu dunkel und stickig.

FS: Ich habe auch mehrere: Die Aula ist eigentlich mein Lieblingsraum, leider gerade nicht begehbar; die Astronomieplattform und Feuerwehr, Raum 329 als Klassenraum, da hat man einen schönen Ausblick.

Was mögen Sie an Ihrem Beruf so gerne?

HL: Ich finde es sehr lebendig. Am Anfang habe ich mich gefragt, ob es mir nach 20 Jahren immer noch so viel Spaß bringt wie zu der Zeit, und ich denke manchmal: „So viele fröhliche Menschen um mich herum und dafür bekomme ich auch noch Geld.“

FS: Ich wollte nie Lehrerin werden – und es ist der schönste Beruf. Sehr abwechslungsreich und einfach der Kontakt zu Jugendlichen, also die einfach von der fünften Klasse bis zum Abitur zu begleiten, und man kennt sich danach so gut. Auch vor allem durch Erlebnisse, zum Beispiel die Musikfahrten.

HL: Was ich auch noch besonders finde, ist, dass alle zusammen in die Ferien gehen und zusammen wieder kommen, anders als im Büro.

Was ist die meist genutzte Ausrede dafür, dass Schüler:innen zu spät kommen?

FS: Ein Gespräch mit einer anderen Lehrkraft oder die Person war noch auf Toilette… alles nicht so originell.

HL: Ich höre mir die Ausreden meistens gar nicht erst an.

FS: (lacht)

Was ist Ihre Lieblingsjahreszeit am Johanneum?

HL: Ich finde Frühling jetzt gar nicht so schlecht.

FS: Weihnachtszeit ist finde ich auf jeden Fall die intensivste Zeit, wegen der vielen Konzerte. Und vielleicht im Sommer, wenn die Noten schon alle fertig sind und man nur noch tolle Sachen vor hat.

Was war das Verrückteste, das Sie am Johanneum erlebt haben?

HL: Ich habe häufig einfach Spaß in der Schule, also ein bisschen Blödsinn machen, aber mir fällt jetzt nichts Konkretes ein.

FS: Ich wüsste tatsächlich was. Zum Abschied eines Kollegen, Herrn Doktor Völker, haben wir nur mit den verkleideten Kolleginnen als „Calender Girls“ einen Kalender für ihn gemacht – das wäre heutzutage undenkbar! Und bei der Verabschiedung (früher waren die Vertretungsstunden auf grünen Zetteln, nicht digital) haben wir aus diesen Zetteln alle Fliegen und Schlipse gebastelt und getragen. Aber jeder Tag ist lustig!

Haben Sie ein Lieblingsklassenfahrtsreiseziel?

FS: Ich finde Weimar-Prag ist die beste Fahrt.

HL: Amsterdam war toll, Riga war toll, wir sind schon viel rumgekommen.

Haben Sie eine:n Lieblingskollege:in?

FS: Ja, aber das sagen wir nicht.

HL: Ja, ich denke, das ist normal, wie in einer Klasse auch. Es gibt einfach Menschen, mit denen man auch durch die Fächer zum Beispiel mehr zu tun hat als mit anderen.

Welcher Song beschreibt Sie am besten?

FS: Irgendein schöner Beatles Song.. (überlegt lange) „When I’m 64“ 🙂

Was ist Ihr Motto?

FS: Für mich ist es immer: Man lebt nicht allein auf der Welt, sei selbst der Mensch, den du gerne als Freund:in hättest. Aber ein wirkliches Motto wäre: Es gibt einen Song für jede Lebenssituation.

HL: Ich finde, man muss den Schüler:innen vermitteln, dass Noten nur das sind, was man messen kann. Das, was am Ende auf dem Papier steht, sagt nichts über die Person aus, man braucht in der Schule eben diesen „Messwert.“ Klar, im Abi braucht man dann später irgendwelche Durchschnitte, aber manche Schüler:innen nehmen das so ernst, was dann am Ende für eine Note rauskommt.

Jetzt haben wir noch ein paar Entweder-Oder-Fragen an Sie.

FS: „Hund oder Katze?“

Das ist tatsächlich eine.

HL: Hund.

FS: Katze!

Lehrer bleiben oder wieder Schüler werden?

Beide: Lehrer bleiben.

Herzhaft oder Süß?

FS: Süß auf jeden Fall!

HL: Ja, auch eher süß.

Frühaufsteher oder Langschläfer?

Beide: Frühaufsteher.

Kugelschreiber oder Füller?

HL: Füller ist schon cool.

FS: Ja, für Briefe benutze ich immer einen Füller.

HL: Also, Fineliner.

Meer oder Berge?

HL: Meer.

FS: Berge!

Vielen Dank für das Interview!

Fragen: Anna Kaiser, Florentine Pannier, Eva Teubert, 8c, Hanna Jannsen, 8a

Interview: Eva Teubert, 8c