70 Lehrkräfte, kein Unterricht – was passiert da?
Stellt euch vor: Es ist Schultag, aber weit und breit keine Schüler:innen. Stattdessen treffen sich die Lehrkräfte des Johanneums. Keine Klassenarbeiten werden korrigiert, keine Vertretungspläne geschrieben und ausnahmsweise muss auch niemand sagen: „Bitte packt eure Handys weg.“ Was also passiert?
SET! Das steht für Schulentwicklungstag. Dreimal im Jahr nimmt sich das Kollegium Zeit, um nicht nur über den nächsten Unterrichtstag, sondern über die Schule als Ganzes nachzudenken: Was läuft gut? Was könnte besser werden? Und vor allem: Wie wollen wir am Johanneum in Zukunft lernen, wenn unsere Schule durch die Umbaumaßnahmen neue Räumlichkeiten erhält?
Beim heutigen SET steht das eigenverantwortliche Lernen (evL) im Mittelpunkt. Gemeint ist damit die Idee, dass Schüler:innen selbst Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen: eigene Ziele setzen, Lernwege mitgestalten, Entscheidungen treffen, sich Feedback holen und herausfinden, welche Art des Lernens für sie funktioniert.
Dafür schauen wir Lehrkräfte über den Tellerrand – und besuchen auf dem SET verschiedene „Inspirationsräume“. Dort geht es zum Beispiel um Lernbüros, Lerncoaching, Forschen und Lernen, den Einsatz von KI als Lernbegleitung oder die Frage, wie Räume das Lernen beeinflussen können. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht: „Welche Schule machen die anderen?“, sondern: „Was davon könnte zu uns passen?“
Und genau deshalb ist der SET nicht nur eine Sache der Lehrkräfte. Ihr seid schließlich diejenigen, die Schule jeden Tag erleben. Was hilft euch beim Lernen? Wo braucht ihr mehr Freiheit, wo mehr Unterstützung? Und wann wird eigenverantwortliches Lernen tatsächlich zum Lernen – und wann eher zum „Mach mal selbst“? Die Antworten auf diese/eure Fragen sollen in die weitere Schulentwicklung am Johanneum einfließen. Der SET ist deshalb kein fertiges Konzept, sondern eher ein Sprungbrett: ein Tag, an dem überlegt wird, wohin die Reise gehen könnte.
Tobias Rottländer






