„Erinnern heißt, Menschen beim Namen zu nennen“
„Erinnere dich“ – so heißt die Ausstellung, die im Moment in der St. Marien Kirche zu sehen ist. Wir besuchten sie mit unserem Religionskurs, nachdem wir zuvor die Themen Anne Frank, Holocaust und kurz auch aktuelle politische Bewegungen behandelt hatten. Am Anfang der Stunde machten wir uns also auf den Weg und sammelten die Namen der Holocaust-Opfer, die auf den Stolpersteinen stehen. An der St. Marien Kirche angekommen stachen uns sofort besondere Holzpfähle ins Auge. Auf denen sind nämlich die Namen derjenigen aufgelistet, die von Lübeck nach Riga deportiert wurden. Am Eingang der Ausstellung gab es zudem einen Tisch, auf dem die Listen dargestellt wurden, von denen damals die Menschen, die deporiert werden sollten, ausgesucht wurden. Im hinteren Bereich gab es zwei begehbare Bilder, die unter anderem den Wald Bikernieki und die Grabsteine dort zeigten. Außerdem gab es viele traurige Texte über die Unmenschlichkeiten, die damals stattgefunden haben.
Schließlich konnte man sich noch einen Film anschauen, den ein Soldat aufgenommen hatte. In diesem Film konnte man sehen, wie die Menschen erschossen wurden. Diese Grausamkeiten sollten wir uns nicht ansehen. Am Ende der Ausstellung konnten wir uns noch in ein Rückmeldebuch eintragen. In diesem Buch stand bereits ein Eintrag von einer Frau, die einen Verwandten gehabt hatte, der in Riga ermordet worden war.
Zwei Wochen vor unserem Besuch in der Marienkirche hatten wir mit unserem Relikurs bereits in St. Jakobi eine Ausstellung über das jüdische Mädchen Anne Frank besichtigt. Hier erfuhren wir, wie stark sie während des Nationalsozialismus gelitten hat und dass sie nur wenig älter geworden ist, als wir jetzt sind. Mit 15 Jahren verstarb sie in einem Konzentrationslager.
Auch wenn dieses Unterrichtsthema sehr traurig ist und uns bedrückt hat, bleibt es wichtig, die Erinnung an die furchtbaren Gräueltaten der damaligen Zeit wach zu halten.
Julius Tilge, 7d, für die Presse-AG
Fotos: Kathrin Maetzel












