Wege durch den Steuerdschungel

Warum Elster nicht nur ein Vogel ist, bei unserer Geburt eine Steuernummer vor unserem eigenen Namen existiert und wie wir Geld vom Finanzamt zurückbekommen, haben wir am 21.Mai erfahren.

An diesem Mittwochvormittag versammelten sich durch die Organisation von Frau Paraknewitz interessierte Q2 Schülerinnen und Schüler, um sich auf das Thema „Steuern“ zu stürzen. Mit zwei jungen Ausbilder:innen vom Finanzamt betraten wir die Welt der Finanzen und wagten somit schonmal einen ersten Schritt in die Welt außerhalb der Schule.

Oft gibt es das Klischee des „bösen Finanzamtes“ doch schlussendlich arbeiten dort normale Menschen, wie man sie täglich sieht. Das haben uns auch Angelina und Yannik gezeigt, die selber beim Finanzamt tätig sind. Gemeinsam haben wir mit ihnen die verschiedenen Steuerarten kennengelernt und konnten klären, was es jetzt mit der Einkommenssteuer oder Körperschaftssteuer auf sich hat. Erstere wird beispielsweise von unserem späteren Lohn abgezogen, wobei der Grundfreibetrag von ca. 12.000€ noch abgezogen wird. Somit kann nur das restliche Geld versteuert werden. Die Körperschaftssteuer verhält sich ähnlich und ist wie die Einkommenssteuer nur eben für Unternehmen, wie GmbHs, AGs oder Genossenschaften. Diese Steuer wird auf den Gewinn des Unternehmens erhoben, doch dies ist noch nicht allzu relevant für uns Schüler:innen.

Alleine nur die verschiedenen Steuerarten kennenzulernen, war für uns äußerst interessant, da wir noch keine Berührungspunkte mit solchen Themen hatten. Um einen groben Überblick zu erhalten, durften wir verschiedene Beispiele verschiedenen Steuerarten zuordnen, sodass alle miträtseln konnten.

Im zweiten Teil des Vortrags ging es dann spezifisch um die Steuererklärung. Viele Menschen machen ihre Steuererklärung mit einem Programm namens „Elster“. Dies steht für „Elektronische Steuererklärung“ und erleichtert das Ausfüllen auf unterschiedliche Weisen. So sind viele Felder bereits ausgefüllt, da die Daten gespeichert werden, wie beispielsweise die Steuernummer, welche direkt bei der Geburt vergeben wird. Zudem spart es Papierkram und die Oberfläche ist wesentlich übersichtlicher als auf dem Blatt. Um auch mal das Gefühl für eine Steuererklärung zu bekommen, durften wir beispielhaft eine auf Papier ausfüllen. Als wir das erste Mal die vielen Papierbögen vor uns auf den Tischen hatten, waren wir regelrecht erschlagen, denn es waren mehr Felder zum Ausfüllen, als man überhaupt zählen konnte. Mit ratlosen Gesichtern tasteten wir uns langsam vor, und konnten mithilfe von den Arbeitern des Finanzamtes langsam die freien Felder mit Buchstaben und Zahlen füllen.

Doch wofür ist so eine Steuererklärung überhaupt nötig? Diese wird dazu genutzt, um dem Finanzamt zu berichten, wie viel man verdient, ausgegeben und abgesetzt hat. So kann man nämlich auch Geld vom Finanzamt wiederbekommen, wenn man beispielsweise zu viele Steuern bezahlt hat, oder Kosten absetzt wie Arbeitsmittel. Dabei kann man ziemlich viel von der Steuer absetzten, wie wir in einem abschließenden Kahoot erfahren haben. So kann man auch Spenden und Zahnarztbesuche von der Steuer absetzten. Dabei muss aber beachtet werden, in welchen Kontexten diese Tätigkeiten ausgeführt werden.

Im Allgemeinen konnten wir in diesen drei Stunden sehr viel mitnehmen und haben jetzt einen ganz guten Überblick über das Thema Steuern. Ein großer Dank geht auch an Angelina und Yannick vom Finanzamt, die sich die Zeit genommen haben, uns darüber aufzuklären. Das Leben außerhalb der Schule kann nun kommen!

Sophie-Linh Effenberger, Q2b, für die Presse-AG

Foto: Franziska Paraknewitz